Heidelberg.
20 Jahre war er der Chef des
Heidelberger Rollstuhlmarathons, der Macher, der Organisator, der Planer, der
Motivator, das „Bübchen“ für alles: Hennes Lübbering!
Nach
dem Motto „Man soll aufhören wenn es am Schönsten ist“ rollt der Erfinder des
Rennens rund um den Neckar jetzt in die zweite Reihe zurück.
Mit
der Mitgliederversammlung des „Heidelberger Rollstuhlmarathon e.V.“ hat Hennes
Lübbering den Posten des 1. Vorsitzenden zur Verfügung gestellt und scheidet
damit auch als Chef des Organisationsteams in den verdienten „Ruhestand“
aus. Der Jubiläumsmarathon am 5. Juli
09, das 10. Rennen im 20. Jahr, war Höhe- und Schlusspunkt in einem für
Lübbering. „Das kann man nicht toppen“ strahlt der Lobbacher noch heute. Mit
ihm scheiden seine Frau Ingrid Hadrawa-Lübbering und auch Heinz Wägner aus dem
Organisationsteam aus. Im Namen aller Sportler und OK-Mitglieder ein herzliches
DANKESCHÖN an dieser Stelle.
Und
noch einer sagt dem Marathon „Tschüss“ - zumindest nach heutigem Stand der
Dinge! Denn man kann sich eigentlich kaum vorstellen, dass der Gründer des
Heidelberger Marathons, langjährige Mitorganisator und Moderator Werner
Schneider ohne „seinen“ Marathon leben kann. Er will es versuchen – und dafür
hat das Organisationsteam großes Verständnis. 20 Jahre für den Marathon
geackert, Ideen kreiert, Sponsoren aus der Reserve an die Strecke gelockt,
Zuschauer mit seiner Stimme begeistert und Sportler aus aller Welt in Heidelberg
empfangen. Werner Schneider wird die Ruhe genießen und vielleicht am Tag X, am
11. Marathon wieder auf der Matte, sprich an der Neckarwiese stehen. Schau mer mal!
Wie
überhaupt alle scheidenden Team-Mitglieder sich das nächste Rennen sicher nicht
entgehen lassen werden. Herzliche willkommen schon jetzt!
Neuer
1. Vorsitzender des „Heidelberger Rollstuhlmarathon e.V.“ und damit auch Kopf
des Organisationsteams ist übrigens Joachim Schermuly. Er wurde bei der
Jahreshauptversammlung einstimmig gewählt. Alle Mitstreiter des Marathons
wünschen Joachim alles Gute, viel Glück, Geduld und Durchhaltevermögen!
Ein großer Teil des
Teams des internationalen Rollstuhlmarathons hatte am 22.9.09 wieder die Ehre,
einen der Hauptsponsoren der vergangenen Veranstaltung auf der IAA nach
Frankfurt zu besuchen. Herr Karl der Firma Audi empfing das OK-Team wie immer
sehr herzlich in der Lounge, wo es neben der ein- oder anderen Köstlichkeit
natürlich auch einiges an Gesprächsstoff gab. Man unterhielt sich nicht nur über
den vergangenen Heidelberger Rollstuhlmarathon und dessen redaktionelle
Resonanz, sondern auch über andere Sportarten. Für Audi ist der Marathon
mittlerweile zu einer festen Instanz in Heidelberg geworden und so freut sich
Herr Karl alle zwei Jahre wieder aufs Neue, nach Heidelberg eingeladen zu
werden, um die einzigartige Atmosphäre hautnah zu erleben. Nach etwas mehr als zwei Stunden bekam jedes Teammitglied noch ein kleines
Audi-Abschieds-Präsent.
Fabelhafter Weltrekord und blitzschneller Bürgermeister
10. Internationaler Rollstuhlmarathon in Heidelberg
mit vielen Höhepunkten
Heidelberg. „Zu spät ist zu spät, da kann man nichts machen –
auch wenn es nur drei Sekunden waren“ – Vico Merklein aus Langstadt (Kreis
Darmstadt) nahm es mit Humor. Der 31jährige Rollstuhlathlet hatte beim 10.
Heidelberger Rollstuhlmarathon am Sonntag (5.7.09) zwar gerade einen neuen
Fabelweltrekord über die Marathondistanz aufgestellt, so ganz zufrieden war er
dennoch nicht. Denn das eigentliche Ziel, über die 42,195 km unter einer Stunde
zu bleiben wurde knapp verfehlt. Um drei Sekunden eben.
Bei 1:00:03,35 raste Merklein über die Marathonmarke,
ganz dicht gefolgt von seinem Team-Kollegen Arkadiusz Skrzypinski aus Polen und
Torsten Purschke aus Waibstadt, die in der gleichen Sekunde über die Zeitmatte
„flogen“, aber eben einige Hundertstel später.
MLP-Mitbegründer und Unterstützer des Rollimarathons
Manfred Lautenschläger (als Nichtbehinderter mit einem Rolli-Rennbike selbst am
Halbmarathon-Start) hatte für die magische Stundenmarke ein Sonder-Preisgeld
von 2.500 € ausgeschrieben. Da dieses Ziel nur um drei Sekunden knapp verfehlt
wurde, verdoppelte der 71jährige nach dem Rennen kurzerhand das Preisgeld und
teilte es durch die fünfköpfige Spitzengruppe. Eine schöne Geste.
Sieger des 10. Jubiläums(maxi)marathons in Heidelberg
(44km) wurde in der offenen Klasse schließlich Skrzypinski in einer Gesamtzeit
von 1:03:12 Std., wenige hundertstel Sekunden vor Elmar Sternath aus Wien und
Torsten Purschke. Ein guter dritter Platz für den schnellen Mann aus Waibstadt,
der allerdings als Weltrekordhalter (1:05:34,97 Std. aus dem Jahr 2007)
abgelöst wurde.
Schnellste Frau im Rennbike war Monique van der Vorst
aus den Niederlanden (1.25:17 Std), vor
Theres Huser aus der Schweiz (1:27:30) und Sabine Fischer (Deutschland,
1:28:29).
232 Rollstuhlathleten (darunter rund 41 Kinder und
Jugendlichen beim 1,5 km-langen Kinderrennen „Mobifanten-Cup“) und 155
Inline-Skater gingen am Sonntag vormittag auf den 22 km langen Rundkurs durchs
Neckartal zwischen Heidelberg und Neckargemünd.
Die rund 15.000 Zuschauer entlang der Strecke sahen
unterdessen einen weiteren Weltrekord. Heini Köberle aus Wiesloch legte die
Marathondistanz in 1:45:40 Std. zurück – in seiner Schadensklasse ebenfalls
neue Weltbestzeit.
Für Aufsehen sorgte Heidelbergs Oberbürgermeister Dr.
Eckart Würzner. Als Nichtbehinderter war er in ein Rennbike gestiegen und mit
der Startnummer 1 ins Rennen gegangen. Nach nur 52:30 Min. flitze der OB durchs
Halbmarathon-Ziel und war begeistert. „Kurz nach der Zieleinfahrt war ich fix
und fertig, aber jetzt bin ich absolut beflügelt“, so Würzner, „eine toller
Sport, dieses Rennen ist eine Bereicherung für diese Stadt“.
Unfallfrei – aber für einige Teilnehmer nicht
ganz pannenfrei verlief dieser 10.
Rollstuhlmarathon am Neckar. Eine Inline-Skaterin wurde mit quälenden Blasen an
den Füßen und lästigen Krämpfen in den Waden von einem Polizeimotorrad zurück
ins Ziel chauffiert, einer der Rollis schleppte sich mit einem Plattfuß langsam
durchs Ziel.
Alles in allem war Organisationschef Hennes Lübbering mit dem Jubiläumsrennen (der 10.
Lauf im 20. Jahr) aber zufrieden. „Wir hatten eine tolle Veranstaltung, ein
unfallfreies Rennen, eine volle Neckarwiese, phantastischen Sport und einen
Weltrekord – was will man mehr“, lachte Lübbering. 250 Helfer, 70
Polizeibeamte, 70 Feuerwehrleute und rund 20 ehrenamtlich tätige Organisatoren
machten den Sonntag am Neckar zu einem Sportereignis, das weltweit Gehör finden
wird. Den neuen Weltrekorden von Vico
Merklein und Heini Köberle sei Dank!